Nachruf auf Peter Nogly
Ausgerechnet in seinem 500. Spiel für den Hamburger SV geschah das Unfassbare: Der FC St. Pauli gewann am 3. September 1977 im allerersten Hamburger Erstligaderby die Auswärtspartie bei den Rothosen im Volksparkstadion mit 2:0. Vor der Begegnung betonte HSV-Kapitän Peter Nogly via Presse, dass man dem Stadtteilverein mit 8:0 aus dem Stadion fegen würde. Es kam bekanntlich anders, denn Franz Gerber und Wolfgang Kulka sorgten für den verdienten Auswärtssieg beim amtierenden Europapokalsieger. Doch nicht dieses Ereignis ist der Grund für diesen Nachruf auf “Eiche Nogly”, sondern der 1984 überraschend vollzogene Transfer des damals schon 37-Jährigen ans Millerntor.
Der FC St. Pauli war gerade wieder aus der drittklassigen Amateuroberliga Nord in die 2. Bundesliga aufgestiegen – und mit dem gebürtigen Lübeck-Travemünder als Neuzugang von Hertha BSC Berlin sollte eben diese Klasse auch gehalten werden. Diese Mission misslang zwar, doch ein Jahr später, Peter Nogly kickte trotz Abstieg weiter für Braunweiß, sorgte auch er dafür, dass endgültig der Sprung von der Dritt- in die Zweitklassigkeit gelang: Als Staffelmeister zog man in die Aufstiegsrunde ein, und schon nach sieben von acht Spielen gegen Essen, Charlottenburg, Schöppingen und Oldenburg stand der Sprung ins Unterhaus fest – Nogly kam in allen Partien zum Einsatz. Nach diesem Erfolg verließ Nogly den FC St. Pauli 39-jährig, schloss sich zunächst dem VfB Lübeck als Spielertrainer an und begann hier seine Trainerlaufbahn, die er 2011 nach etwa einem Dutzend Stationen bei Hamm United beendete.
Am vergangenen Donnerstag verstarb der viermalige Nationalspieler, der von 1969 bis 1980 erfolgreich für den Hamburger SV gekickt hatte, 79-jährig nach langer schwerer Krankheit im Marienkrankenhaus in Hamburg-Hohenfelde. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
Foto: Witters